Skrjabin als lebendige Inspirationsquelle

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Skrjabin in China: Ein Salonkonzert und kultureller Austausch in Xi’an

Im August 2026 wurde der Gründer des Scriabin Club, Martin Kaptein, nach Xi’an, China, eingeladen, um die Musik Alexander Skrjabins im Rahmen eines Klavierabends zu präsentieren, der bewusst in der intimen Tradition des europäischen Salonkonzerts gestaltet wurde.

Xi’an nimmt als eine der großen historischen Hauptstädte des Landes einen außergewöhnlichen Platz in der chinesischen Geschichte und Kultur ein. Aus diesem Grund wurde die Stadt von den Organisatoren und dem Scriabin Club bewusst als bedeutungsvoller Ausgangspunkt für einen vertieften kulturellen Austausch mit China gewählt.

Martin Kaptein im Gespräch mit jungen Teilnehmern und bei der Besprechung ihrer Darbietungen

Das Programm stellte Skrjabin in einen breiteren europäischen musikalischen Zusammenhang. Es begann mit Debussys Ballade, gefolgt von Skrjabins Vierter Klaviersonate, op. 30, Chopins Revolutionsetüde und, nach der Pause, einer vollständigen Aufführung von Schuberts Klaviersonate B-Dur, D 960.

Im Zentrum des Programms stand Skrjabins Vierte Sonate, ein Werk aus einer entscheidenden Phase in der Entwicklung des Komponisten. Die 1903 entstandene Sonate bewahrt noch die lyrischen Züge seiner romantischen Anfänge und weist zugleich bereits auf jene visionäre und mystische Musiksprache voraus, die seine späteren Werke zunehmend prägen sollte.

Martin Kaptein am Klavier während des Salonkonzerts in Xi’an

Die Salonatmosphäre war ein bewusst gewählter Bestandteil der Veranstaltung. Anstatt Interpret und Publikum durch die Konventionen eines großen Konzertsaals voneinander zu trennen, schuf dieses Format Raum für Zuhören, Gespräch und Austausch — und erinnerte damit an jene intimen Umgebungen, in denen ein großer Teil der Musikkultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ursprünglich lebendig war.

Nach dem Konzert entwickelte sich der Abend zu einem weiterführenden Gespräch mit jungen Teilnehmern über Musik, Kunst und die Bedeutung von Kultur. Mehrere junge chinesische Schüler und Studierende spielten außerdem selbst kurze Werke, die anschließend am Klavier kommentiert und besprochen wurden. Auf diese Weise wurde die Veranstaltung zu mehr als nur einem Konzert: Sie schuf einen Raum, in dem unterschiedliche musikalische Traditionen, Erfahrungen und Perspektiven unmittelbar aufeinandertreffen konnten.

Die Veranstaltung wurde unter Mitwirkung von Ji Si und Chris Walker organisiert, deren Arbeit sowohl das Salonkonzert als auch den damit verbundenen kulturellen Austausch ermöglichte.

Für den Scriabin Club stellt dieser Besuch einen wichtigen ersten Schritt hin zu vertieften künstlerischen und kulturellen Verbindungen in China dar. Skrjabins Musik hat stets über die Grenzen des konventionellen Klavierrepertoires hinausgewiesen: Sie eröffnet Fragen über Kunst, Philosophie, Transformation und die Rolle, die Kultur im menschlichen Leben spielen kann. Dass diese Fragen im Gespräch mit einer neuen Generation von Zuhörern und Musikern in Xi’an weitergeführt wurden, verlieh dieser Begegnung eine besondere Bedeutung.

Formelles Gruppenfoto nach dem Konzert

Wir hoffen, dass dieser erste Besuch in Zukunft zu weiteren musikalischen und kulturellen Begegnungen in China führen wird.

Folgen Sie dem Scriabin Club auf Instagram unter @scriabinclub und Martin Kaptein unter @martinkaptein.

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